Wie erkenne ich ein gutes Fertigfutter?


B.A.R.F. (Was ist B.A.R.F.?) entspricht der natürlichsten und artgerechtesten Ernährung eines Hundes oder einer Katze. Jedoch gib es auch bei Fertigfutter extreme Unterschiede was die Qualität betrifft. Stellt man die Futterrationen für Hund und Katze nicht selber zusammen, ist es als Laie schwierig und oft irreführend, wenn man auf der Suche nach einem qualitativ hochwertigen Fertigfutter ist.



Trockenfutter vs. Nassfutter

Trockenfutter wird durch Extrusion, Hitze (150 °C) und Druck haltbar gemacht und enthält meist 8-10% Feuchtigkeit und einen geringeren Fleischanteil. Übrigens findet auch bei "kaltgepresstem" Trockenfutter ein obligatorisches Erhitzungsverfahren statt, um Krankheitserreger abzutöten. Kaltgepresst bezieht sich ledliglich auf das Pressverfahren.

Nassfutter wird durch einen Autoklaven (120°C) haltbar gemacht und hat einen Feuchtigkeitsgehalt von meist 75-80%. Insbesondere für Katzen, welche ohnehin wenig trinken, ist es wichtig Feuchtigkeit über die Nahrung zuzuführen. Deshal wäre hier ein qualitativ hochwertiges Nassfutter einem Trockenfutter vorzuziehen. Doch leider sagt die Konsistenz des Futters wenig über die Qualität der Inhaltsstoffe aus. Ausserdem können die Analysewerte (Rohprotein, Rohfette, etc.) eines Trockenfutters nicht mit denen eines Nassfutters verglichen werden. Es sei denn, man rechnet die Frischsubstanz des Nassfutters in die Trockensubstanz um. So kann ein Nassfutter welches prozentual weniger Protein und Fett deklariert hat, in der Trockensubstanz doppelt so viel enthalten als das Trockenfutter.



Was ist zu beachten?

Bei der Auswalhl eines Fertigfutters können folgende PUnkte als Entscheidungshilfe dienen:


Hoher tierischer Anteil

Da Hunde und Katzen von Natur aus Fleischfresser sind, sollte die Ernährung natürlich auf Fleisch basieren. Ein Futter kann durchaus viel Protein auswiesen, jedoch kann dies auch auf pflanzlichen Futtermitteln wie z.B. Soja bestehen. Besser ist aber Protein aus tierischen Futtermitteln, da diese von Hunden und Katzen besser verwertet werden. Der Ausruck "hochwertige Proteine" bedeuted, dass die Proteine hochverdaulich sind, heisst aber noch nicht, dass diese nahe am tierischen Muskelfleisch sind.


Qualitativ hochwertige Lebensmittel

Weiter ist wichtig, dass die Futtermittel auch hochwertig sind und nicht mehrheitlich minderwertige Schlachtabfälle beigemischt werden. Leider ist dies oft schwierig zu erkennen, wenn der Hersteler bloss "Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse" deklariert, ohne genauere Angaben zu machen. Dies führt uns zum nächsten Punk:


Transparenz und offene Angaben

Die gesetzlichen Vorgaben lassen den Futtermittelhersteller leider viel Spielraum bei der Deklaration. Somit können verschiedene Einzelfuttermittel wie z.B. Hühnerrfleisch, Poulethälse, Lunge, Herz, Schlund, etc.) einfach unter "Fleisch und Tierische Nebenerzeugnisse" deklariert werden. Dabei weiss man nicht was genau und wie viel davon beinhaltet ist. Hersteller die keine konkreten Angaben machen, haben oft etwas zu verschweigen. Eine offene Deklaration der Futterbestandteile ist ebenso wichtig um den Proteingehalt beurteilen zu können. Ein niedriger Gehalt deutet auf die Verwendung von viel Getreide, bindegewebsreichen Zutaten oder beigemischtes Wasser hin. Ein allzu hoher Proteingehalt hingegen deutet auf stark eiweisshaltige Lebensmittel hin wie z.B. Blutmehl oder gar Haare.


Reihenfolge der Deklaration

Im Weiteren ist es sinnvoll zu wissen, dass die Zutaten in abnehmender Reihenfolge nach ihren Gewichtsprozenzen zu deklarieren sind. Damit ist ausserdem der Zustand gemeint wie sie hinzugefügt wurden. Wurde z.B. das Pferdefleisch frisch hinzugefügt, ist das Frischgewicht zu nehmen, und nicht das Gewicht nach der Verarbeitung. Da das frische Fleisch mehr Gewicht hat, wird es in der Reihenfolge nach vorne rutschen, obwohl es nach der Verarbeitung und dem Feuchtigkeitsenzug viel viel weniger Substanz hat. Wird hingegen getrocknetes Fleisch hinzugefügt, ist es als getrocknetes Fleisch zu deklareiren, wobei der Prozentsatz dann wesentlich niedriger ist als die Frischmenge.


Ein weiteres nicht erwünschtes Beispiel wäre, wenn Kartoffelmehl an erster Stelle steht. Das heisst, die Zutat mit dem meisten Gewichtanteil ist Kartoffelmehl. Da es sich um die getrocknete Substand handelt wäre es im frischen zustand (frische Kartoffeln) noch viel viel mehr. Also, viel zu viele Kohlenhydrahte.


Niedriger Kohlenhydrahteanteil

Das Futter sollte nicht zu viele Kohlenhydrahte enthalten, da diese schwer verdaulich sind und das Verdauungssytem belasten. Ausserdem verdrängen sie den tierischen Anteil im Futter und können dick machen. Zu beachten ist auch, dass "getreidefrei" nicht heisst, dass das Futter keine oder wenig Kohlenhydrahte enthält. Mehr zu Getreide hier: Kohlenhydrahte/Getreide füttern?


Natürlich Inhaltsstoffe

Im Weiteren ist das Futter besser umso natürlicher die Inhaltsstoffe sind. So wäre es beispielsweise natürlicher die Josversorgung mit Seealgen anstelle von Kalziumjodid sicherzustellen.



Zuletzt sollte man im Hinterkopf behalten, dass die Werbung die Kaufentscheidung oft beeinflusst. Schlagwörter wie Bio-Qualität, getreidefrei, hochwertige Proteine, kaltgepresst, natürliche Zutaten, mit frischen Krtäuer, Vitaminschonende kaltabfüllung. etc. sollten also mit vorsicht genossen werden.


Will man auf sicher gehen was man seinem Tier füttert, ist die beste Lösung immer noch, die Futterrationen selber zusammenzustellen. Brauchen Sie hilfe? Mehr Infos finden Sie hier:


https://www.zenhund.ch/barf-beratung




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